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Steuergate
19. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit · Team Steuergate

DATEV mit Claude verbinden: So funktioniert der MCP-Zugang

Wie Claude, Langdock oder ein eigener Agent über Steuergate auf DATEV-Daten zugreifen, was die Kanzlei dabei freigibt und worauf Sie vor dem Start achten sollten.

KI-Assistenten wie Claude oder Langdock beantworten Fragen gut, kennen aber Ihre Buchhaltung nicht. Die Zahlen liegen in DATEV, und dorthin führt bisher kein direkter Weg. Steuergate schließt diese Lücke über das Model Context Protocol, kurz MCP.

Was MCP ist

MCP ist ein offener Standard, über den KI-Programme Werkzeuge außerhalb ihrer selbst aufrufen. Ein Werkzeug ist dabei eine klar beschriebene Abfrage, etwa „offene Posten eines Mandanten lesen“. Das KI-Programm entscheidet anhand Ihrer Frage, welches Werkzeug es braucht, ruft es auf und formuliert aus dem Ergebnis die Antwort.

Steuergate stellt solche Werkzeuge für DATEV bereit. Sie entstehen aus den Schnittstellenbeschreibungen der DATEV-Produkte, darunter Rechnungswesen, Stammdaten und Dokumentenmanagement. Beispiele:

  • rw_summen_salden liest Summen und Salden eines Mandanten.
  • rw_offene_posten_debitoren liest die offenen Posten auf der Kundenseite.
  • stammdaten_mandanten liest die Mandanten mit ihren Grunddaten.
  • dms_dokumente findet Dokumente im DATEV-Dokumentenmanagement.

So richten Sie es ein

  1. Die Kanzlei verbindet DATEV. Über die Verbindungsseite von Steuergate meldet sich die Kanzlei mit ihrem DATEV-Zugang an. Für Daten, die vor Ort liegen, läuft zusätzlich ein kleiner Konnektor im Kanzleinetz. Er verbindet sich ausgehend, die Firewall bleibt zu.
  2. Die Kanzlei gibt frei. Je Mandant und Bereich legt sie fest, was gelesen und was geschrieben werden darf. Jede Freigabe lässt sich im Portal mit einem Klick widerrufen.
  3. Sie tragen die MCP-Adresse ein. Im Portal steht die Adresse des MCP-Servers. Sie tragen sie in Claude, Langdock oder Ihrem eigenen Agenten als MCP-Server ein und melden sich mit Ihrem Steuergate-Konto an.

Danach können Sie fragen: „Welche Rechnungen der Musterbau GmbH sind seit mehr als 30 Tagen offen?“ Das KI-Programm ruft das passende Werkzeug auf und antwortet mit den Zahlen aus DATEV.

Was die Kanzlei in der Hand behält

  • Freigabe je Mandant und Bereich. Was nicht freigegeben ist, bleibt zu. Das KI-Programm bekommt dann eine klare Absage statt Daten.
  • Lesen und Schreiben getrennt. Ein Assistent, der nur Auskunft geben soll, darf nur lesen.
  • Protokoll ohne Inhalte. Jeder Aufruf steht 14 Tage im Protokoll, mit Zeit, Anwendung und Bereich, aber ohne die Daten selbst.
  • Trennen jederzeit. „Verbindung trennen“ im Portal widerruft den Zugang bei DATEV. Die Verbindung erscheint außerdem bei DATEV unter „Verbundene Anwendungen“ und lässt sich auch dort beenden.

Worauf Sie vor dem Start achten sollten

Welches KI-Programm angebunden wird, entscheidet die Kanzlei. Steuergate übermittelt die gelesenen Daten auf ihre Weisung an dieses Programm. Der Anbieter des KI-Programms ist dabei kein Unterauftragsverarbeiter von Steuergate. Den Vertrag mit ihm schließt die Kanzlei selbst, also die Auftragsverarbeitung, die Verschwiegenheitsverpflichtung und den Ausschluss des Trainings mit Kanzleidaten. Die Einzelheiten stehen im AV-Vertrag.

Steuergate selbst arbeitet als Auftragsverarbeiter mit AV-Vertrag, betreibt seine Server in Deutschland und speichert Zugangsdaten verschlüsselt.

Für wen sich das lohnt

  • Steuerkanzleien, die Mandantenfragen zu Salden und offenen Posten schneller beantworten wollen.
  • Unternehmen, deren Buchhaltung in DATEV liegt und die Auswertungen auf Zuruf brauchen, abgestimmt mit ihrer Kanzlei.
  • Agenturen und Entwickler, die eigene Agenten für Kanzleien bauen und dafür einen geprüften Weg zu DATEV suchen.

Welche Fälle es konkret gibt, steht unter Alle Fälle. Wenn Sie es an Ihren eigenen Daten sehen wollen, buchen Sie eine Beratung oder sichern Sie sich einen Testzugriff.

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